Kategorie-Archiv: Kenya

Kibera Slum in OpenStreetMap

Die Tagesschau hat einen kurzen Videobeitrag über die aktuelle Kartierung von des Slums Kibera in OpenStreetMap veröffentlicht. Kibera ist mit aktuell ca. 170.000 Bewohnern der größte Slum in Nairobi und war bisher nur als weißer Fleck auf der Karte abgebildet. OpenStreetMap ist eine freie Sammlung von Karten- und Geodaten die im Wiki-Stil von jedem ergänzt, bearbeitet und verwendet werden können. Wie man sieht, ist inzwischen schon einiges an Daten vorhanden:

Kartierung von Kibera auf OpenStreetMap.org
Kartierung von Kibera auf OpenStreetMap.org

Hier nun noch der Videobeitrag des ARD:

(Via Sebi, Thnx)

Afrikanische Fluggeräte Teil 4

Es ist einfach unglaublich wie viele Jua-Kali-Fluggerätmechaniker in Kenya ihr Glück versuchen. Hier nun der 4. Teil und somit schon eine kleine Artikel-Serie zum Thema Afrikanische Fluggeräte, diesmal sogar mit einem Youtube-Video vom TV-Sender Citizen. Gabriel Nderitu hat keine Ahnung vom Flugzeugbau. Nach sechmonatiger Recherche im Internet und 12 Monaten schrauben im Hinterhof präsentiert er den Medien ein 800kg schweres Ungetüm aus Stahl, Aluminium und einem alten Toyota-Motor. Gestern war der erste Testflug in Kitengela geplant (also irgenwo hinter der Villa-Weber), der leider von der Kenya Civil Aviation Authority untersagt wurde. Kein Wunder, schließlich liegt Kitengela in der Einflugschneiße zum Jomo Kenyatta International Airport.

An innovative Kenyan is just about to test the results of his brainchild. Gabriel Nderitu, an I.T specialist is putting final touches to an aeroplane he has been assembling for the last one year ahead of a test run in Kitengela next week. If indeed Nderitu’s two seater plane takes off, and more importantly, lands successfully, then it will be a first for Kenya. Sylvia Chebet tells us more about the budding innovator and how close he is to becoming Kenya’s pioneer in aircraft manufacturing.

(thnx @jke via FB)

Kwa heri ujerumani

Und tschüß Deutschland. Nach vermutlich drei Jahren bin ich ab morgen im Urlaub in Kenya. Anni wird dabei sein und wir freuen uns auf Villa Weber. Es ist immer spannend zurück nach Kenya zu kommen.

Am Montag Abend geht es erstmal zusammen mit Natalie und Sebi per Kenya Railways an die Küste, genauer gesagt auf die Insel Lamu. Weiter haben wir noch nicht geplant, aber das ist gut so.

Ich bin außerdem gespant, wie sich die mobilen Datennetze entwickelt haben. Sicherlich wird es immer mal wieder ein kleines Update via Twitter und Facebook geben. Weiter habe ich mir OpenMaps, World Nomads Swahili Plus und WordPress auf dem iPhone installiert. Dies hier ist der zweite Versuch eines Artikels mit der App, nachdem es gerade ein Update dafür gab. Davor war alles beim Versuch zu veröffentlichen abgestürzt. Insgesamt ist die WordPress App wohl auch nicht so stabil. Es werden teilweise Änderungen am Artikel nur auf gut Glück gespeichert.

Wer noch einen Tipp hat, welche Reise-Apps man unbedingt im digitalen Gepäck haben sollte, her damit!

Kwa heri, tutaonana baadaye.

Nachlese zum Africa Gathering in London

Vorletztes Wochenende war ich auf dem Africa Gathering in London, einer Un-Konferenz in London. Aus meiner Sicht leider keine Unkonferenz (wie ein BarCamp), sondern klassisch mit diversen Vorträgen über den gesamten Samstag organisiert. Der offene Stil eines BarCamps ermöglicht aus meiner Erfahrung wesentlich internsiveren und direkteren Austausch, einen einfacheren Fokus auf die eigenen Interessen und mehr Networking. Dennoch eine sehr gute Veranstaltung von Ed Scotcher, bei der ich vor allem einige Personen getroffen habe, die ich bisher nur aus Blogs oder Twitter kenne.

Posts, Bilder, Slides und Videos zum Africa-Gathering: Continue reading Nachlese zum Africa Gathering in London

The Mzungu Matumbo Mafia

Am letzten Wochenende war ich in London auf dem Africa Gathering. Sehr cool dort einmal wieder diverse Netzkontake in RealLife-Kontakte zu konvertieren. Besonders hat mich gefreut Erik von whiteafrican.com zu treffen, mit dem ich mich wohl zuletzt als kleiner Junge in der Kinderkirche in Kenya geprügelt habe ;-).

JKE hat uns auf diesem Bild von Eric liebevoll als Matumbo Mafi (Suaheli für „Wampen Mafia“) bezeichnet:

Eric (WhiteAfrican / HASH), Jürgen (Kikuyumoja JKE) & Cedric (mzeecedric)
Erik (WhiteAfrican / HASH), Jürgen (Kikuyumoja / JKE) & Cedric (mzeecedric)

Einige weitere Infos und vor allem Links zu Videos und Posts folgen demnächst.

Power-Sharing in Kenia

Immer wieder werde ich zur aktuellen Lage in Kenia gefragt. Nachdem die Friedensverhandlungen nur zäh vorankamen, war auch immer weniger in der internationalen Presse zu lesen. Hier ein Auszug aus einem Blogpost von Debby:

The last number of weeks have been fairly quiet. I’ve been able to go back to life as almost-normal – using matatus to get around, not insisting to myself that I get home before dark, visiting friends, etc. But of course, it has not been the quiet of peace – it has been the quiet of a whole nation holding their breaths, waiting to see what will come of the Annan-led negotiations/mediations.

Am 28. Februar wurde nach über zwei Monaten ein Abkommen zur Machtteilung (Power-Sharing Deal) von President Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga unterzeichnet. Die Bekanntgabe der Machtteilung wurde von der Bevölkerung mit großer Freude und Erleichterung aufgenommen, berichtet Rebecca Wanjiku und fasst einige Aussagen aus der kenianischen Blogosphäre im Artikel auf GlobalVoices zusammen:

The level of excitement in the streets of Nairobi and Kisumu demonstrated that the worst is over, and that Kenya will possibly not tilt over the edge like it did in the last two months.

Entscheidend für den Erfolg dieses Abkommens waren vor allem die durch Kofi Annan und Team geführten Verhandlungen, aber auch der tansanische Präsident und Vorsitzende der Afrikanischen Union Jakaya Kikwete. Natürlich beginnt nun die Herausforderung die Vorgaben des Vertrags gemeinsam umzusetzen. Wichtigster Punkt ist die Einsetzung von Odinga als neuem Premierminister mit umfassender Autorität und die überfällige Erneuerung der Verfassung.

Natürlich bleiben tiefe Wunden in der Gesellschaft die nicht von heute auf morgen verschwinden. Viele Häuser sind zerstört und noch sind viele der 300.000 Vertriebenen in Provisorischen Camps untergebracht. Es ist weiter wichtig für anhaltenden Frieden Heilung der tiefen Wunden und nachhaltige Veränderung zu beten.

[Quellen: Reuters, BBC, Tagesschau, NZZ]

Kenia: Der Stand der Dinge

Die Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition laufen leider bisher in gewohnt afrikanischer Gemächlichkeit. Letzten Freitag wurde eine „Roadmap to peace“ mit drei Zielen, die in den nächsten 15 Tagen erreicht werden sollen, festgelegt:

“ … immediate action to stop the violence and restore fundamental rights and libertie […] immediate measures to address the humanitarian crisis […] how to overcome the current political crisis“

Trotz der Verhandlungen befindet sich Kenia in einigen Teilen in bürgerkriegsähnlichem Zustand. Allein am Wochenende wurden weitere 70 Menschen getötet (AFP). Die schweren Unruhen wurden dabei durch zwei Morde an Die Verhandlungen sollen heute fortgeführt werden.

Hier ein Ausschnitt aus einem Bericht von der DIGUNA-Website:

Unsere LKW sind in Nairobi immer wieder unterwegs um Hilfstransporte zu machen. Seit Freitag ist ein Team von uns DIGUNA (10 Leute) in Limuru (50 km von unsere Station entfernt). Dort haben sie die Organisation von einem kleinen Flüchtlingscamp von knapp 300 Leuten in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz und einer lokalen Gemeinde übernommen. Heute Nachmittag wollen wir damit beginnen, ein Team von jungen Leuten in Schulen in unserer näheren Umgebung zu schicken, um die Schüler zu ermutigen, mit ihnen zu beten, und ihnen einfach zuzuhören. Man kann sagen, bisher ist fast jeder in Kenia direkt oder indirekt von der Situation betroffen. Die Regierung, will das der Schulbetrieb wieder voll aufgenommen wird, aber die Realität macht dies an vielen Orten fast unmöglich, so dass sich die Lehrer in den Schulen über jede Hilfe freuen.

All das heißt, wir versuchen zu helfen, wo wir können, und entscheiden fast täglich, was wir am nächsten Tag machen werden.

Wakenya Pamoja

Für den Song Wakenya Pamoja (Kenia steht zusammen) haben sich 50 Musiker und Pastoren aus ganz Kenia zusammengeschlossen, um für den Frieden im Land einzustehen. Der Friedenssong wurde von Robert Kamanzi (R-Kay) geschrieben und aufgenommen. Hier gibt es noch einige Bilder von den Aufnahmen.

Wer den Song kaufen möchte kann damit gleichzeitig die Opfer der Unruhen in Kenia unterstützen. Song und Video können für 5,99 USD bei Kenyangospel.com heruntergeladen werden. [via Ushahidi Blog]

Notiz: Hat Kibaki keine Zeit für Verhandlungen?

Haben die Vermittlungen durch Kofi Annan eine so niedrige Priorität, oder wie soll man die Signale von President Kibaki verstehen?

„A separate meeting between Annan and Kibaki was delayed until Thursday“, government spokesman Alfred Mutua said.

„We hope that Kofi Annan and team manages to see Mr Kibaki tomorrow“, said top ODM official Willam Ruto. [AFP]

Die Fronten scheinen recht verhärtet, meint auch Gladwell Otieno in ihrem Interview auf SpOn:

Ich befürchte, er [Kofi Annan] wird wenig ausrichten können. Die kenianische Regierung macht derzeit nicht den Eindruck, als wolle sie sich nur einen Zentimeter auf die Opposition zubewegen.

[via jke]