Der Facebook Zyklus?

Werden wir eines Tages Facebook als digitale Ruine zurücklassen? Vielleicht. Natürlich denke ich nicht, dass digitale Soziale Netzwerke jemals wieder aus unserem Leben wegzudenken sind. Die Art und Weise wie wir uns vernetzen und digitale Schnipsel mit anderen Teilen wird sich jedoch von Grund auf ändern müssen. Es ist natürlich nicht nur Facebook, welches aus meiner Sicht in der aktuellen Form keine Zukunft hat, sondern auch alle anderen Netzwerke, die Ihre grundlegende Architektur auf einem Daten-Silo aufbauen und damit die Nutzer in ihr eigenes Universum entführen möchten. Sei es Twitter, Google+ oder sonst was. Facebook ist hier vermutlich nur das plakativste Beispiel dessen Arroganz gegenüber dem Kunden am meisten stinkt. Auch hier gilt meiner Meinung nach “Hochmut kommt vor dem Fall” – vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit.

Richard Gutjahr hat einige spannende Meinungen und Fakten in seinem Artikel “Gibt es ein Leben nach Facebook ?” gesammelt. Er spricht von einer Facebook Müdigkeit die ich nachvollziehen kann.

Egal wie lange Facebook noch Zuwächse feiert, irgendwann geht auch die längste Wachstumsphase zu Ende. Ist dieser Punkt einmal erreicht, zählt nur noch eines: Vertrauen. Und ausgerechnet hier hat Facebook Regenwald-große Flächen verbrannter Erde hinterlassen. Zuckerbergs Führungsstil aus Trickserei, Täuschung und unverhohlener Arroganz gegenüber seinen eigenen Produkten (“formally known as the customers”) haben tiefe Furchen hinterlassen. Facebook, das asoziale Netzwerk.

In diesem Zusammenhang kommt mir der Hype-Cycle in den Sinn, der die Phasen der Aufmerksamkeit bei Einführung einer neuen Technologie beschreibt.

Gartner Hype Cycle - Quelle Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Hype-Zyklus

Ich bin mir nicht sicher, ob man im Bezug auf soziale Netze und deren Digitalisierung den Hype-Cycle einfach anwenden kann. In jedem Fall handelt es sich dabei um eine reduzierte Betrachtung die eigentlich sehr viel vielschichtiger ist.

Wenn ich mir diesen Zyklus Gesamthaft auf digitale Soziale Netze vorstelle, denke ich, dass wir uns irgendwo schwankend vor und nach dem “Tal der Enttäuschungen” befinden. Eigentlich reicht dieser Zyklus aus meiner Sicht hier nicht mehr aus. Ich Stelle mir eher etwas wie eine stetige Verschachtelung dieser Zyklen vor deren Ende jeweils nur für eine begrenzte Zeit ein “Plateau der Produktivität” erreichen und dann stetig absinken während sie schon von einer abgewandelten Technologie überholt wurden.

Die ersten werden Facebook müde. Ich würde sagen – die ersten werden überdrüssig einem asozialen Netzwerk wie Facebook aus “Freunden” all ihre Daten hinzuwerfen. Eine Dezentralisierung der Netzwerke muss langfristig kommen. Ein “zaghafter” Versuch ist diaspora*. Bevor solche dezentrale Netzwerke wirklich angenommen werden, muss vermutlich die alltägliche “natürliche Integration” der digitalen sozialen Kreise für einen Großteil der Bevölkerung zur Normalität geworden sein. Ein paar Zyklen an wird es aber wohl noch benötigen?

Goodbye, Darth Vader

Bei längeren Telefonaten schaltet unsere Telefonleitung (KabelBW) immer wieder in den “Darth Vader”-Modus. Die Stimme hört sich dann tatsächlich völlig verzerrt wie eine synthetische Roboterstimme an. Einzige Möglichkeit bei dieser Sprachqualität ist auflegen und neu anrufen. Dies ist wohl ein technisches Problem mit dem Kabelmodem in Kombination mit einem ISDN Anschluss. Ein Anruf bei der KabelBW Hotline löst das Problem mit einem netter Nebeneffekt – das olle Kabelmodem wird durch eine schicke Fritzbox 6360 ersetzt.

Weiter ist es möglich die Geschwindigkeit auf das aktuelle Level anzuheben, bei mir von 25Mbit/s auf 32Mbit/s. Zufälligerweise hatte ich das heute bei Andreas gesehen und gleich nachgefragt. Die 32Mbit/s sind nach kurzer Zeit mit dem Speedtest messbar.

Ganz kostenlos ist die ganze Aktion allerdings nicht. Leider kommen die typischen “Kunden-klammer” Aktionen der Branche dazu – die um 24 Monate verlängerte Vertragslaufzeit.

Ich wäre lieber ein durch Preis/Leistungsverhältnis, Qualität und kompetenten Support überzeugter und glücklicher Kunde geblieben. So werde ich ein durch Vertragszwang geplagter Vertragsnehmer, mit der ängstlichen Hoffnung auf weitere problemfreie 24 Monate. Ein herausragendes und innovatives Unternehmen müsste sich an dieser Stelle meiner Meinung nach nicht hinter dem “Branchenstandard” verkriechen, schade.

Update: Bisher übersehen hatte ich, dass mit der Fritzbox 6360 und der Firmware für KabelBW kein VoIP mehr möglich ist. Ob man irgendwie eine alternative Firmware aufspielen kann habe ich nicht geprüft. VoIP funktioniert jedoch grundsätzlich – nur mit dieser Fritzbox ist es nicht vorgesehen. Ein ausführlicher Artikel dazu auch noch bei ZDNet.

Delicious, weiter geht’s!

Seit Jahren benutze ich Delicious als Social-Bookmarking Dienst und auch heute ist es weiterhin der Dienst meiner Wahl. Es mag einige Dienste geben, die wesentlich mehr Möglichkeiten und Anwendungen bieten – wie z.B. Diigo, allerdings fehlt mir dort die simple klare und einfache Anwendung. Außerdem benötige ich aktuell die Komplexität kaum.

Für mich wichtigster Bestandteil ist die Firefox Erweiterung für Delicious, die meine Lesezeichen in den Browser synchronisiert und damit super schnellen Zugriff und Ablage neue Lesezeichen ermöglicht. Außerdem ist es damit möglich die Bookmarks genauso wie lokale Bookmarks mit Keywords zu versehen und damit wichtige Seiten aus jedem Browser mit diesem Keyword aufzurufen.

Leider stagnierte in den letzten Monaten die Weiterentwicklung, da Yahoo den Support für den ehemals gekauften Dienst aufgegeben hat. Seit dem 2. Mai wurde der Dienst jedoch von den ehemaligen Youtube Gründern erworben wie man im Blog nachlesen kann. Seit gestern ist nun das lange ersehnte Update der Firefox-Erweiterung für Version 4.0 verfügbar und ich habe es gerade installiert.

Alles funktioniert wieder Prächtig. Delicious Nutzer müssen lediglich den neuen Terms von AVOS zustimmen, damit ihre Bookmarks bestehen bleiben und nicht irgendwann gelöscht werden. Alle Informationen bekommt man in der FAQ. Wer Delicious nutzt kann sich dort gerne mit mir vernetzen.

Hier im Blog findet man natürlich einige Artikel zum Thema Social-Bookmarking und Delicious, wenn man sich etwas genauer ins Thema einlesen möchte: Tag:delicious.

Das Internet neu kombinieren

If THIS then THAT (ifttt.com) ist ein neuer Webdienst mit dem sich viele Aktionen im Internet mit Automatismen versehen lassen.

Zum Beispiel sende ich mir einen Tweet, wenn die Temperatur unter 1°C fällt, damit ich nicht vergesse die Standheizung am Auto zu aktivieren. Außerdem werden links aus Tweets dich ich als Favoriten markiert habe automatisch zu meiner Leseliste bei Read It Later hinzugefügt.

Aktuell gibt es 25 sogenannte Trigger zur Auswahl. Damit lassen sich bestimmte Zustände oder Inhalte abfragen und diese dann mit Actions (Aktionen) belegen. Aktuell lassen sich RSS-Feeds, Facebook, E-Mails, Delicious-Booksmarks, Tweets, Google-Reader, Wetterdaten, Aktienkurse uvm. miteinander verknüpfen und ein eigenes Mashup basteln.  Das ganze ist dabei so simpel aufgebaut, dass es eigentlich jeder bedienen kann!

Leider ist ifttt noch in der beta-Phase und man benötigt eine Einladung. Auf der Website kann man sich dafür eintragen, oder auch mal bei mir nachfragen (es gibt wenige).

EInige Beispiele die ich aktuell verwende:

  • Twittern wenn es kalt wird
  • Coole Delicious Bookmarks an Anni tweeten
  • Delicious Bookmarks mit bestimmtem Schlagwort an alle tweeten
  • Markierte Tweets zur Leseliste in Read It Later hinzufügen
  • Markierte Artikel aus Google-Reader zu Read It Later hinzufügen

Ich bin gespannt welche coolen Ideen sich mit solch einem simplen Tool noch umsetzten lassen. Über weiteren Anwendungsideen und Beispiele würde ich mich freuen.

Podcast: Ich poste, also bin ich – Das Ich im Netz

Die Sendung des “hr2 Der Tag” vom 30.03.2011 beschäftigt sich ausführlich mit dem Thema Social Media. 52min in denen man gerade auch als Einsteiger einen sehr guten Überblick bekommt.

Freundschaften schließen, Anerkennung finden, in der Gruppe Spaß haben und alle, die nicht dazugehören, so richtig gemein fertig machen. Diese alten Lieblingsbeschäftigungen der Menschheit bereiten noch einmal so viel Vergnügen im Internet. Denn das ist für viele längst nicht mehr nur Lexikon, Dienstleister und Kommunikationsmittel, sondern ein sozialer Raum: ein Ort, an dem wir eine private und berufliche Existenz führen. Vor allem in sozialen Netzwerken hat unser digitales Ich erfreuliche Möglichkeiten, sich auszubreiten, seinen Marktwert zu testen und zu steigern und sich zu vernetzen. Es wird aber auch verwundbarer: durch Tratsch und anonymes Mobbing.

Podcast mp3

(via netzpolitik)

Was ist social Media?

Aus meiner Sicht ist “Was ist social Media?” von red cell interactive die beste deutsche Version des bekannten Videos “Social Media Revolution” von Erik Qualman. “Was ist social Media?” wurde dazu auf die deutsche Perspektive zugeschnitten und vermittelt  einen beeindruckenden Überblick zu social Media. Am Ende leider ein wenig übertrieben in der Tonalität.

YouTube Preview Image

Würde Luther heute twittern?

Quelle: Wikipedia:Martin Luther

Wikipedia:Martin Luther

Wenn man ein wenig sucht findet man Martin Luther auf Twitter. Aktuell stecke ich in der Vorbereitung eines Vortrags für die SMD Fachtagung der Fachgruppen Informatik und Technik vom 18.–20. März 2011 in Kassel – die eben diesen Titel trägt.

Es geht darum, wie soziale Medien heute unser Leben und Arbeiten verändern und schon verändert haben. In den letzten Monaten vergeht kaum ein Tag, an dem das Thema nicht in den Nachrichten aufgegriffen wird. Das “Netz” spielt eine immer wichtigere Rolle in Unternehmen, der Politik und im Leben der +65-jährigen – eine der am stärksten wachsenden Gruppe im Social Network Facebook. Barack Obama, Wiki-Leaks, die Ereignisse in Tunesien und Ägypten, Stuttgart 21 und natürlich die Guttenberg-Affäre bewirken, dass in den klassischen Medien täglich das “Internet” zum Thema wird. Wer ist diese ominöse “Facebook Generation” von der immer öfter gesprochen wird, und warum ist jetzt alles anders?

Die schwierige Aufgabe der ich gegenüber stehe, ist aus dem scheinbaren zu viel an Information, eine für die Teilnehmer (Altersgruppe ca. 40 – 60 Jahre) interessante und relevante Teilmenge herauszuarbeiten und zu präsentieren. Mit der Vorbereitung begegnet mir in diesem Sinne ein Teil der Thematik selbst.

Was sind aus deiner Sicht Themen, die unbedingt in einen Vortrag über die “schöne neue Welt” gehören? Über was sollte ich sprechen, außer allem ein “2.0″, wie Web 2.0, Enterprise 2.0 Politik 2.0 oder Lifestyle 2.0 anzuhängen?

Was war denn nochmal E-Mail?

Webmail Statistiken

comScore "Year-over-Year Change in Time Spent Using Web-Based Email by Age Segment in the U.S."

Diese Zahlen aus einer Studie von comScore bestätigen  meine Vermutung, dass die Nutzung von E-Mail unter Jugendlichen stärker abnimmt als von vielen bisher Vermutet. In der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen minus 59%, bei den  25- bis 34-Jährigen immerhin minus 18%. Die Studie bezieht sich auf die Nutzung von Webmail in den USA, wobei ich vermute, dass der Zusatz “Webmail” nicht wirklich relevant ist. Eine weitere Studie von ContactLab stellt u.a. fest, dass 51% aller Nutzer ausschließlich Webmail verwenden und weitere 34% Webmail als auch lokale Software in Kombination. Außerdem werden Instant Messaging und Soziale Netzwerke von großen Teilen der Nutzer verstärkt zur Kommunikation verwendet.

ContactLab: Alternativen zur E-Mail

ContactLab: Alternativen zur E-Mail

Unternehmen müssen aus meiner Sicht daher langfristig umdenken und Alternativen bereitstellen. Die neuen Generationen Mitarbeiter werden sich wohl kaum vorstellen können, Dokumente, Grafiken und Videos per E-Mailanhang zu verteilen, dafür müsste man dann wohl schon eine Schulung anbieten. Ganz selbstverständlich werden inzwischen Webportale und Soziale Netzwerke wie Facebook zum Austausch verwendet.

(via Thomas Hutter)