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Studie: Unternehmen benötigen ein neues Führungsverständnis

Vor einigen Wochen bin ich auf die Studie „Jeder für sich und keiner fürs Ganze? Warum wir ein neues Führungsverständnis in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft brauchen“ gestoßen, durchgeführt durch das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), die Stiftung neue Verantwortung und die Beratungsfirma Egon Zehnder International.

In der Studie (PDF Download) wurden insgesamt dreißig deutsche Führungskräfte aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft über die veränderten Anforderungen der Führung befragt. Die Studie befasst sich aus mE mit den Auswirkungen der gesellschaftlichen Veränderung durch die Informationsgesellschaft auf die Führung. Die Komplexität nimmt nicht nur im IT-Bereich zu und Entscheidungszyklen werden gleichzeitig immer kürzer. Ich erlebe immer wieder, dass diese Veränderungen von Führungskräften ignoriert, unterschätzt oder kleingespielt werden und damit viel Potential von Mitarbeitern und Unternehmen verloren geht.

Führung wird Komplexer (Grafik © stiftung neue verantwortung, Egon Zehnder International, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, 2012)

Ich habe einige Zitate aus der Studie gesammelt und empfehle diese auf der Webseite der stiftung neue verantwortung herunterzuladen.

Komplexität erfordert eine intelligente Entscheidungspraxis, die auch auf Intuition beruht. Führungskräfte sollten sich darauf konzentrieren, zukunftsrelevante Informationen zu sammeln und daraus Szenarien abzuleiten. (Seite 15)

 

Gerade gestandene Führungskräfte müssen ihre Erfahrungswerte regelmäßig überprüfen. Denn die Halbwertszeit von Wissen nimmt stetig ab. Sie müssen in der Lage sein, neue Themen zu erspüren sowie Experten und andere Sichtweisen konstruktiv einzubinden. (Seite 15)

 

Unternehmenschefs benötigen ein klares Verständnis politischer Prozesse. Sie müssen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen interagieren und kooperieren. Sektorübergreifende Vernetzung stellt einen deutlichen Wettbewerbsvorteil dar. (Seite 15)

 

Erst eine Verantwortungs- und Wertschätzungskultur mit klar definierten gemeinsamen Zielen ermöglicht selbstorganisiertes Handeln, wie es komplexe Situationen erfordern. Dafür müssen Führungskräfte innerhalb der notwendigen Struktur auch hierarchieunabhängige Freiräume bereitstellen. (Seite 18)

 

Führungskräfte dienen als Vorbild. Sie müssen die gewünschte Kultur selbst praktizieren und zugleich das Vertrauen vorstrecken, nur so kann es entstehen. (Seite 18)

 

(…) große und hierarchische Organisationen lernen oft langsam, da Mitarbeiter fürchten, für Fehler zur Verantwortung gezogen zu werden. In einem ersten Schritt hin zu einer Experimentierkultur sollte ein konstruktives Feedbackverfahren auf allen Ebenen der Organisation etabliert werden. (Seite 22)

Eine gute Gegenüberstellung „obsoleter Führungspraktiken“ und „Neuem Führungsverständnis“ erhält man in dieser übersichtlichen Tabelle im Charakter einer Checkliste.

Enterprise 2.0 – die unaufhaltsame Vernetzung im Unternehmen

Im Rahmen der Einführung von Confluence setze ich mich in den letzten Monaten erneut intensiver mit dem Thema Enterprise 2.0 auseinander. Gerade lese ich den Artikel „Enterprise 2.0 – Frische Ideen für Unternehmen“ von Dr. Willms Buhse in einer schon älteren t3n (Heft #24). Ich finde einige wichtige Ideen des Enterprise 2.0 werden sehr präzise zusammengefasst und erläutert. Hier ein paar Zitate daraus:

„Im Enterprise 2.0 bedeutet Wissensmanagement nicht, das ganze Wissen eines Unternehmens in Datenbanken zu dokumentieren, sondern die Wissensträger und -nachfrager situativ zu vernetzen. In dieser enormen Steigerung der kollektiven Intelligenz liegt der eigentliche Produktivitätssprung. Der kann gerade bei international aufgestellten, dezentral organisierten Organisationen gewaltig sein.

 

Unternehmen, die Enterprise-2.0-Technologien einsetzen, erzielen einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil, weil es ihnen besser gelingt, die Potentiale ihrer Mitarbeiter zu erschließen.“

Natürlich sind der wichtigste Bestandteil eines Enterprise2.0 Unternehmens die Mitarbeiter – alle Mitarbeiter. Dies bedeutet, dass es bei weitem nicht ausreicht einfach eine moderne Web2.0 Plattform einzuführen. Es wird ein ausgearbeiteter Change-Management-Prozess benötigt, welcher durch Stakeholder aus möglichst allen Bereichen und Ebenen des Unternehmens unterstützt wird. Die drei wichtigsten Säulen, laut Buhse, sind Partizipation, Kommunikation und Qualifikation der Mitarbeiter. „Nicht gehört“ zu werden, schreibt er weiter, ist einer der drei wichtigsten Gründe für die Unzufriedenheit der Mitarbeiter.

Für viele Führungskräften ist jedoch die dazu benötigte Art der „autokratischen“ Vernetzung im Unternehmen Neuland und äußert sich in Unsicherheit oder sogar Angst. Passend dazu erläutert Peter Kruse die Vernetzung der Wissensgesellschaft und die dadurch entstehende Spannung für Führungskräfte im Unternehmen im folgenden Interview „Risiken und Chancen in der Wissensgesellschaft“:

„Wir haben in den letzten Jahren wie verrückt die Vernetzung in der Welt erhöht. Wir haben alles dafür getan, dass Wirkungen keine Reichweitenbegrenzungen mehr haben. Ich bin als Entscheider in der Situation, dass ich Dinge verantworten muss, deren Reichweite ich schwer verantworten kann.

Solange das Internet da ist, können Sie die Menschen nicht mehr an der Beteiligung hindern. Das Internet ist die permanente Aufforderung, sich einzumischen.“

Hier gibt es meine Bookmarks zum Thema auf Delicious. Video via @powtac, danke.

Wie Web2.0 im Unternehmen funktioniert

Immer wieder spannend finde ich wie die Synaxon AG erfolgreich Web2.0 / Enterprise2.0 als Unternehmen einsetzen. Dieses ca. 30′ Interview von Ulrike Reinhard mit Frank Roebers sollte Pflicht für die Unternehmensführung und alle Mitarbeiter der Managementebenen sein. Im Synaxon Blog schreibt Frank Roebers außerdem noch einige lesenswerte Kommentare aus der Vorbereitung zum Interview. Mehr über das erwähnte Tit for Tat – Prinzip findet man in der Wikipedia.

Enterprise 2.0 Summit

e20s2009sIch habe kurzfristig eine Einladung zum Enterprise 2.0 Summit in Frankfurt erhalten und werde somit am 12. November dabei sein. Hier die Presseinformationen zum Summit:

Der Enterprise 2.0 SUMMIT ist ein europäischer Kongress mit international hochkarätigen Referenten. Thema sind konzeptionelle, praktische, kulturelle und visionäre Aspekte von Web 2.0 Anwendungen im Unternehmen. Dabei geht es um neue Formen des Informations-, Wissens- und Kollaborationsmanagements.

In zwei Konferenzsträngen werden die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren diskutiert: Die Vorträge des „Best Practice Track“ diskutieren Projekterfahrungen und Lessons Learned von Schlumberger, Lago, CSC, Deutsche Bundeswehr, National Suisse, Otto Group, SUN Microsystems, Westaflex und anderen. In dem „Expert Talk Track“ diskutieren Themenexperten wie Dion Hinchcliffe (USA), Lee Bryant (UK), Oliver Marks (USA), Mark Masterson (Germany, USA), Bertrand Duperrin (France), Kjetil Kristensen (Norway), Gil Yehuda (USA), Emanuele Quintarelli (Italy) und andere die Entwicklungen und strategischen Erfolgsfaktoren des Themenfeldes.

Weitere Details zum Programm erhält man direkt auf der Website. Wer kurzfristig noch teilnehmen möchte, kann mit dem Promotion-Code e20scw 200,- EUR Rabatt bekommen. Dazu einfach bei der Registrierung den Promotion-Code eintragen.

Vielen Dank für das Ermöglichen der Teilnahme durch Kongress Media & Björn (@bn_at_twitter) sowie das Sponsoring der Blogger/Community-Tickets von Dion Hinchcliffe (@dhinchcliffe).

Google Wave in 8 Minuten


via netzlogbuch.de

Nicht alle Geeks scheinen Google Wave zu mögen… Hier gibt es deshalb wohl genau zum richtigen Zeitpunkt eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Wave Ideen und Funktionen (im Vergleich zur 80 min. Vorstellung auf der Google I/O http://www.youtube.com/watch?v=v_UyVmITiYQ)

Ich halte das Konzept immer noch für absolut zukunftsweisend in der Kommunikation. Natürlich muss an den technischen Feinheiten noch einiges optimiert werden. Und natürlich warte ich auf ein Invite um es mir selber ansehen zu können…

Posted via web from mzungu’s posterous

Blogs vs. Email

Warum interne Corporateblogs Blogs Sinn machen, zeigt eine einfache Rechnung von Benjamin Greenberg, die er in einer internen Präsentation bei der non profit Organisation Physicians for Human Rights verwendet hat:

Email vs Blogs

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang die Aussage von Jeremiah Owyang zur Emailspirale:

Responding to emails leads to more emails: The more you respond to emails, the more you will receive. Keep in mind what your core goals are (why is your employer paying you) and try to manage and budget this.

Email als Universaltool?

Natürlich kann man dies nicht generalisieren. Es geht darum die richtigen Tools (wie Email, Blogs, Wikis usw.) im richtigen Kontext effektiv einzusetzen. Längst nicht jedes interne Corporate-Blog macht Sinn, für manche Zwecke sollten Mitarbeiter vielleicht einfach bei einer Email bleiben. Andererseits zeigt dieses simple Beispiel, wie viel Chaos eine Email anrichten kann, wenn doch ein einfacher Blogpost viel effektiver wäre. Dazu kommt das in Unternehmen der Email verkehr meist mehrdimensional läuft. Oft werden und sollen Emails an Vorgesetzte in Kopie gesendet werden. Sicherheitshalber wird oft noch der Kollege und sämtlich Ansprechpartner beim Kunden mit einbezogen. Kein Wunder das viele Mitarbeiter Stundenweise täglich nur mit abarbeiten durchsehen von Emails beschäftigt bleiben.

Ich selbst orientiere mich, wenn möglich, an diesen Punkten:

  • Email für den Austausch von Informationen die nicht sehr zeitkritisch sind oder es mir wichtig ist, dass die Information gelesen wird und der Vorgang dokumentiert.
  • Instant Messaging um Themen sofort zu klären. Sobald es komplexer wird wird auf Sprache umgestellt (Skype oder Telefon). Nebenher können weiter wichtige Textschnipsel, URLs Dateien etc. per Instant Messaging übertragen werden.
  • Blogposts zur Veröffentlichung von Informationen für viele Leser.
  • Wikis zur gemeinschaftlichen Dokumentation Arbeit, oder auch GoogleDocs um kollaborativ Dokumente wie (z.B. Excel-Tabellen) zu Erstellen.

Natürlich spielt eine Rolle welche Möglichkeiten den Beteiligten zur Verfügung stehen und ob die Tools bekannt sind.

[via Beat Doebeli]