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Eben Moglen: Für freie Medien und freie Netze!

Den Vortrag von Professor Eben Moglen von der Columbia University in New York möchte ich allen Lesern sehr empfehlen. Mit der These “Freies Denken braucht freie Medien, freie Medien brauchen freie Netze” erklärt er warum diese Grundlagen für unsere digitale Gesellschaft von entscheidender Bedeutung ist. Moglen hat wirft einen pessimistischen und kritischen Blick auf die Entwicklung des Internet der zum Nachdenken und Handeln auffordert.

We need three things, free software, free hardware, free bandwidth, now we need them more. It’s eight years later, we’ve made some mistakes, we’re in more trouble, we haven’t come forward, we’ve gone back. (30’50“)

Er ist Chefberater der Free Software Foundation und auf Unternehmen wie Apple, welches  auf der Grundlage von freier Software restriktive Produkte herstellt, scheinbar nicht gerade gut zu sprechen. Mit seinen Aussagen über den verstorbenen Steve Jobs (32′) geht er meiner Meinung nach jedoch etwas zu weit.

Das Thema Netzneutralität (hier ein guter Videocast des Elektrischen Reporter von 2009 dazu) das er anspricht ist leider in Deutschland (noch) nicht gesetzlich verankert.

It used to be that when you shipped a thing from point A to point B, if the guy in the middle opened it up and looekd inside it, he was committing a crime. Not any more.  (35’55“)

Ergänzend dazu der TED Vortrag von Gary Covacs „Tracking the trackers“ in dem auf die Überwachung unserer Onlineaktivität eingegangen wird:

As you surf the Web, information is being collected about you. Web tracking is not 100% evil — personal data can make your browsing more efficient; cookies can help your favorite websites stay in business. But, says Gary Kovacs, it’s your right to know what data is being collected about you and how it affects your online life. He unveils a Firefox add-on to do just that.

Gary Kovacs is the CEO of the Mozilla Corporation, where he directs the development of Firefox.

Weitere Artikel im Netz zu diesem Vortrag:

Video: Udo Vetter auf der re:publica zu Spielregeln im Netz

Ein empfehlenswerter Vortrag für alle Internet-Nutzer, insbesondere die unter euch, die aktiv irgendwelche Inhalte auf Sozialen Netzwerken, Foren oder Blogs veröffentlichen. Es geht um viele Fragen zur Verwendung von Impressum, Zitaten, Bildern, Videos, Links oder Musik im Internet. @udovetter, der Autor der law blog, liefert dazu viele Beispiele aus der Praxis.

 

Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet

Internet-Milieus zu Vertrauen und Sicherheit im Netz, © SINUS 2011

An dieser Stelle möchte ich nun auch noch die aktuelle Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet weiterempfehlen. Ich habe die letzten Tage ein wenig in der Gesamtfassung gelesen. Bisher kannte ich vor allem den Begriff des Digital Divide (Digitale Kluft). Die Studie teilt die Internetnutzer nun feiner und aus meiner Sicht auch treffend in folgende großen Gruppen ein: Digital Outsiders, Digital Immigrants und Digital Natives. Diese Gruppen werden weiter nach sozialer Lage und Grundorientierung in insgesamt sieben Milieus unterteilt und genauer beschrieben:

Digital Outsiders (39 Prozent): Sie sind entweder offline oder verunsichert im Umgang mit dem Internet. Ausgehend von 72 Millionen Menschen in Deutschland ab 14 Jahren, stellt das Internet für 27 Millionen eine digitale Barriere vor einer Welt dar, von der sie sich ausgeschlossen fühlen.

Digital Immigrants (20 Prozent): Sie bewegen sich regelmäßig, aber sehr selektiv im Internet. Sie sind in der digitalen Welt nicht aufgewachsen und stehen vielen Entwicklungen sehr skeptisch gegenüber, insbesondere wenn es um das Thema Sicherheit und Datenschutz im Internet geht.

Digital Natives (41 Prozent): Für sie stellt die digitale Welt einen wesentlichen Teil des Lebens dar. Sie bewegen sich im Internet wie ein Fisch im Wasser – mit dem Lebensmotto „ich surfe also bin ich“. Sie stehen dem Internet sehr positiv gegenüber und sehen die fortschreitende Digitalisierung primär als persönliche Chance.

Hier noch die Links zum Download der Studie:

Wie das Internet unser Gehirn verändert…

Sehr interessant finde ich Studien über die Auswirkung moderner Medien auf die Gesellschaft. Diese Infografik des Rasmussen College visualisiert die veränderte Mediennutzung und die daraus folgenden Auswirkungen von erhöhtem Multitasking. Wir leben in einer Mediengesellschaft, in der immer mehr Informationen verarbeitet werden können und sollen. Nicht nur in der Arbeitswelt bin ich mit sehr vielen „Kontext-Switchen“ konfrontiert (So bezeichnen wir intern das ständige Hin und Her zwischen Themen und Projekten). Anrufe, E-Mails, Aufgabenlisten, Termine, Besprechungen und Kaffee trinken. Man gewöhnt sich wohl daran immer mehr unterschiedliche Punkte kurzfristig (teilweise) zu erledigen. Auch privat umgebe ich mich mit vielen wechselnden Themen. Das merke ich, wenn in diversen Browsern viele Tabs geöffnet sind und das Smartphone immer greifbar in der Nähe liegt. Fernsehen, ältere oder langsame Filme sind anstrengend oder langweilig. Bücher lesen strengt meist mehr an als noch vor einigen Jahren. Das folgende Zitat aus der Seattle Times kann ich damit durchaus nachvollziehen:

The stimulation provokes excitement … that researchers say can be addictive. In its absence, people feel bored.

Um effizient zu Arbeiten ist es aus meiner Sicht wichtig, auf der einen Seite zu lernen aus vielen Informationen zu filtern und auf der anderen Seite nicht in stumpfes und unproduktives Multitasking abzurutschen. Dies Auswirkungen laut der Infografik sind Stress, fehlen von kreativen Fähigkeiten, fehlende Problemlösefähigkeit und langsames Denken.

„Im Endeffekt dürfte es heute wichtiger sein, wie gut ein Mitarbeiter seine Aufmerksamkeit gezielt auf etwas richten kann, als wie sachkundig er ist.“ (vgl. FAZ.net, David Dalrymple)

Dieses Zitat aus einem älteren Artikel der FAZ betont im Gegensatz zum Multitasking die Fokussierung.

Wir benötigen beides, die Fähigkeit Informationen zu Scannen um einen Überblick zu erhalten und gleichzeitig zu bewerten und zu fokussieren um effektiv und gleichzeitig effizient zu sein.

Goodbye, Darth Vader

Bei längeren Telefonaten schaltet unsere Telefonleitung (KabelBW) immer wieder in den „Darth Vader“-Modus. Die Stimme hört sich dann tatsächlich völlig verzerrt wie eine synthetische Roboterstimme an. Einzige Möglichkeit bei dieser Sprachqualität ist auflegen und neu anrufen. Dies ist wohl ein technisches Problem mit dem Kabelmodem in Kombination mit einem ISDN Anschluss. Ein Anruf bei der KabelBW Hotline löst das Problem mit einem netter Nebeneffekt – das olle Kabelmodem wird durch eine schicke Fritzbox 6360 ersetzt.

Weiter ist es möglich die Geschwindigkeit auf das aktuelle Level anzuheben, bei mir von 25Mbit/s auf 32Mbit/s. Zufälligerweise hatte ich das heute bei Andreas gesehen und gleich nachgefragt. Die 32Mbit/s sind nach kurzer Zeit mit dem Speedtest messbar.

Ganz kostenlos ist die ganze Aktion allerdings nicht. Leider kommen die typischen „Kunden-klammer“ Aktionen der Branche dazu – die um 24 Monate verlängerte Vertragslaufzeit.

Ich wäre lieber ein durch Preis/Leistungsverhältnis, Qualität und kompetenten Support überzeugter und glücklicher Kunde geblieben. So werde ich ein durch Vertragszwang geplagter Vertragsnehmer, mit der ängstlichen Hoffnung auf weitere problemfreie 24 Monate. Ein herausragendes und innovatives Unternehmen müsste sich an dieser Stelle meiner Meinung nach nicht hinter dem „Branchenstandard“ verkriechen, schade.

Update: Bisher übersehen hatte ich, dass mit der Fritzbox 6360 und der Firmware für KabelBW kein VoIP mehr möglich ist. Ob man irgendwie eine alternative Firmware aufspielen kann habe ich nicht geprüft. VoIP funktioniert jedoch grundsätzlich – nur mit dieser Fritzbox ist es nicht vorgesehen. Ein ausführlicher Artikel dazu auch noch bei ZDNet.

Das Internet neu kombinieren

If THIS then THAT (ifttt.com) ist ein neuer Webdienst mit dem sich viele Aktionen im Internet mit Automatismen versehen lassen.

Zum Beispiel sende ich mir einen Tweet, wenn die Temperatur unter 1°C fällt, damit ich nicht vergesse die Standheizung am Auto zu aktivieren. Außerdem werden links aus Tweets dich ich als Favoriten markiert habe automatisch zu meiner Leseliste bei Read It Later hinzugefügt.

Aktuell gibt es 25 sogenannte Trigger zur Auswahl. Damit lassen sich bestimmte Zustände oder Inhalte abfragen und diese dann mit Actions (Aktionen) belegen. Aktuell lassen sich RSS-Feeds, Facebook, E-Mails, Delicious-Booksmarks, Tweets, Google-Reader, Wetterdaten, Aktienkurse uvm. miteinander verknüpfen und ein eigenes Mashup basteln.  Das ganze ist dabei so simpel aufgebaut, dass es eigentlich jeder bedienen kann!

Leider ist ifttt noch in der beta-Phase und man benötigt eine Einladung. Auf der Website kann man sich dafür eintragen, oder auch mal bei mir nachfragen (es gibt wenige).

EInige Beispiele die ich aktuell verwende:

  • Twittern wenn es kalt wird
  • Coole Delicious Bookmarks an Anni tweeten
  • Delicious Bookmarks mit bestimmtem Schlagwort an alle tweeten
  • Markierte Tweets zur Leseliste in Read It Later hinzufügen
  • Markierte Artikel aus Google-Reader zu Read It Later hinzufügen

Ich bin gespannt welche coolen Ideen sich mit solch einem simplen Tool noch umsetzten lassen. Über weiteren Anwendungsideen und Beispiele würde ich mich freuen.

Podcast: Ich poste, also bin ich – Das Ich im Netz

Die Sendung des „hr2 Der Tag“ vom 30.03.2011 beschäftigt sich ausführlich mit dem Thema Social Media. 52min in denen man gerade auch als Einsteiger einen sehr guten Überblick bekommt.

Freundschaften schließen, Anerkennung finden, in der Gruppe Spaß haben und alle, die nicht dazugehören, so richtig gemein fertig machen. Diese alten Lieblingsbeschäftigungen der Menschheit bereiten noch einmal so viel Vergnügen im Internet. Denn das ist für viele längst nicht mehr nur Lexikon, Dienstleister und Kommunikationsmittel, sondern ein sozialer Raum: ein Ort, an dem wir eine private und berufliche Existenz führen. Vor allem in sozialen Netzwerken hat unser digitales Ich erfreuliche Möglichkeiten, sich auszubreiten, seinen Marktwert zu testen und zu steigern und sich zu vernetzen. Es wird aber auch verwundbarer: durch Tratsch und anonymes Mobbing.

Podcast mp3

(via netzpolitik)

Wolfgang Blau: Sieben Mythen zum Journalismus

Wolfgang Blau, Chefredakteur von Zeit Online nimmt bei der Anhörung des Bundestagsausschusses Kultur und Medien Stellung zu sieben Mythen die aus seiner Sicht in der aktuellen Journalismus Debatte auftauchen:

  1. Blogs stellen eine Gefahr für traditionelle, kommerzielle Medien dar.
  2. Google ist schuld am Niedergang der Tageszeitungen.
  3. Nur Print- und Broadcastmedien können für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Meinungspluralismus sorgen.
  4. Der Online-Journalismus hat noch kein Geschäftsmodell.
  5. Das Internet begünstigt eine Boulevardisierung des Journalismus.
  6. Ohne öffentlich-rechtliche Online-Auftritte hätten die kommerziellen Websites in Deutschland sehr viel bessere Chancen, profitabel zu werden.
  7. Mit dem wirtschaftlichen Niedergang einiger klassischer Medien droht auch ein Niedergang des Journalismus und eine substantielle Gefahr für die Demokratie.

Aus seiner Sicht handelt es sich in allen Punkten um Mythen die nicht zutreffend sind. Ich finde es spannend, wie sich diese Thematik in jüngster Zeit entwickelt. Sehenswert:

Die sieben Branchenmythen zum Zustand des Journalismus

(via twitter und carta)

 

Get a Face Book

Digitale Überforderung oder Information Overload ist wieder verstärkt seit dem Buch Payback von Frank Schirrmacher in der Diskussion. (Ich empfehle als Hintergrundlektüre dazu u.a. die Artikel Der erschöpfte Algorithmenstürmer von Matthias Schwenk und  Die bedrohte Elite von Sascha Lobo).

Was mich angeht, so muss ich bekennen, dass ich den geistigen Anforderungen unserer Zeit nicht gewachsen bin. Und auch nie gewachsen war. Ich bin darüber hinaus der Meinung, dass es fast allen anderen Menschen ebenso geht. Nicht nur zu unserer Zeit, sondern zu allen Zeiten. (Sascha Lobo im SpON)

Für einen sofortigen digitalen Ausstieg gibt es jetzt auch alle wichtigen Social Networks als Buch, z.B. Twitter bei Tweetbookz. Die passenden Kult-Covers findet man auf Flickr im Set von Stéphane Massa-Bidal.

Coole Social Media Buchcovers
Coole Social Media Buchcovers

KabelBW und Fritzbox Setup

Seit heute morgen läuft mein KabelBW Anschluss und ersetzt die bisherigen Problemchen mit Alice. Die letzten 2 Monate mit Alice waren anstrengend. Erst nach ca. vier Wochen funktionierte die Telefonie stabil, allerdings extrem zu lasten der DSL-Geschwindigkeit, obwohl mein Standort laut Hotline nahe am Telekom-Knoten liegt und eigentlich perfekte Bedingungen hat. Fazit nach einigem herum ärgern mit Hotline und einem KabelBW Angebot ohne die unnötige Kabel-Grundgebühr war der konsequente Ausstieg. Das Angebot lässt sich scheinbar nicht auf der Website finden. Ich hatte den Link aus einem Heise-Artikel.

Hinweise zur Konfiguration Fritzbox und KabelBW

Eigentlich hätte ich mich schon länger mit der Konfiguration für meine Fritzbox 7170 auseinander setzen können, nicht erst am Montag morgen, nachdem Alice abgeschaltet hat. Leider stellt KabelBW absolut keine Informationen zu dem installierten Kabelmodem noch irgendwelche Hinweise zur Konfiguration weiterer Geräte zur Verfügung. Der FAQ kann man lediglich den Hinweis entnehmen, dass man einen Router oder WLAN-Router anklemmen kann. Hilfe bekommt man im KabelBW Forum und eine gute Dokumentation findet man darüber im  IP-Phone Wiki.

Warum der Wechsel?

Die Angebote von Alice haben mir früher schon wegen ihrer kurzen Laufzeit von 4 Wochen sehr zugesagt. Dies schafft normalerweise beim Kunden Vertrauen und Sicherheit auf eine gute und bleibende Qualität. Zum Zeitpunkt meines Vertragsabschlusses musste ich mir die 4 Wochen Laufzeit allerdings schon teuer erkaufen. Aktuell kostet dies Einmalig 39,90 EUR und man spart auch nicht die ca. 10EUR pro Monat im ersten Jahr. Scheinbar konnte Alice ihren bisherigen Vertrauensvorschuss nicht halten. Jedenfalls sind wir damit leider zum Nachteil der Kunden wieder zurück bei den klassischen 24monatigen Knebelverträgen. Auch mein jetziger Vertrag mit KabelBW wurde meinerseits nur zähneknirschend über 24 Monate eingegangen. Solche langen Verträge scheinen sich immer negativ auf die langfristige Qualität aus zu wirken. Was hat Alice mE falsch gemacht?

1. Hotline: Die einzelnen Mitarbeiter der Hotline scheinen keinen guten Überblick über den Verlauf der Probleme zu haben was mich sehr wundert. Funktioniert das CRM nicht? Von den ca. 20 Dokumentierten anrufen verlief ca. 1/3 höchst unbefriedigend und unfreundlich.

2. Es wurde trotz offensichtlich anhaltender Probleme über mehrere Wochen kein Techniker vorbei geschickt.

3. Es gab keinerlei Angebot irgendwelcher Kompensation, z.B. einer Gutschrift oder Rückzahlung der Grundgebühren.

Eigentlich schade, zumal mir die Vertragsbedingungen bei Alice eher zusagen. Als Kunde ist natürlich auch jeder Wechsel mit Aufwand und Ärger verbunden, deshalb ist dies eigentlich keine Option, solange faire Angebote gemacht werden und langjährige Kunden ebenfalls die Vorteile und angepassten Preisreduktionen erhalten. Inzwischen genieße ich die 20.000 – 25.000kbit/s.