Podcast: Ich poste, also bin ich – Das Ich im Netz

Die Sendung des “hr2 Der Tag” vom 30.03.2011 beschäftigt sich ausführlich mit dem Thema Social Media. 52min in denen man gerade auch als Einsteiger einen sehr guten Überblick bekommt.

Freundschaften schließen, Anerkennung finden, in der Gruppe Spaß haben und alle, die nicht dazugehören, so richtig gemein fertig machen. Diese alten Lieblingsbeschäftigungen der Menschheit bereiten noch einmal so viel Vergnügen im Internet. Denn das ist für viele längst nicht mehr nur Lexikon, Dienstleister und Kommunikationsmittel, sondern ein sozialer Raum: ein Ort, an dem wir eine private und berufliche Existenz führen. Vor allem in sozialen Netzwerken hat unser digitales Ich erfreuliche Möglichkeiten, sich auszubreiten, seinen Marktwert zu testen und zu steigern und sich zu vernetzen. Es wird aber auch verwundbarer: durch Tratsch und anonymes Mobbing.

Podcast mp3

(via netzpolitik)

Würde Luther heute twittern?

Quelle: Wikipedia:Martin Luther

Wikipedia:Martin Luther

Wenn man ein wenig sucht findet man Martin Luther auf Twitter. Aktuell stecke ich in der Vorbereitung eines Vortrags für die SMD Fachtagung der Fachgruppen Informatik und Technik vom 18.–20. März 2011 in Kassel – die eben diesen Titel trägt.

Es geht darum, wie soziale Medien heute unser Leben und Arbeiten verändern und schon verändert haben. In den letzten Monaten vergeht kaum ein Tag, an dem das Thema nicht in den Nachrichten aufgegriffen wird. Das “Netz” spielt eine immer wichtigere Rolle in Unternehmen, der Politik und im Leben der +65-jährigen – eine der am stärksten wachsenden Gruppe im Social Network Facebook. Barack Obama, Wiki-Leaks, die Ereignisse in Tunesien und Ägypten, Stuttgart 21 und natürlich die Guttenberg-Affäre bewirken, dass in den klassischen Medien täglich das “Internet” zum Thema wird. Wer ist diese ominöse “Facebook Generation” von der immer öfter gesprochen wird, und warum ist jetzt alles anders?

Die schwierige Aufgabe der ich gegenüber stehe, ist aus dem scheinbaren zu viel an Information, eine für die Teilnehmer (Altersgruppe ca. 40 – 60 Jahre) interessante und relevante Teilmenge herauszuarbeiten und zu präsentieren. Mit der Vorbereitung begegnet mir in diesem Sinne ein Teil der Thematik selbst.

Was sind aus deiner Sicht Themen, die unbedingt in einen Vortrag über die “schöne neue Welt” gehören? Über was sollte ich sprechen, außer allem ein “2.0″, wie Web 2.0, Enterprise 2.0 Politik 2.0 oder Lifestyle 2.0 anzuhängen?

S21 – Direkte Demokratie wagen?

Ich bin kein wirklich politische interessierter Mensch, wie man problemlos aus der Historie meiner Blogposts erkennen kann. In den letzten Jahren interessieren mich immer mehr politische Themen und Modelle – und ich glaube nicht, daß sich dies nur mit meinem fortschreitenden Alter erklären lässt ;). Neben Themen rund um die Netzpolitik merke ich, daß gerade beim aktuellen Thema Stuttgart21 scheinbar wenig Verständnis vorhanden ist. Dies fällt vor allem auf, wenn gleichermaßen S21 Befürworter und Gegner in mir “ihren Feind” sehen. Meine Kritik richtet sich nicht gegen das S21-Projekt an sich. Dafür habe ich mich über die Jahre weit zu wenig mit S21 auseinandergesetzt. In der aktuellen Situation ist es überaus schwierig geworden, wirklich neutrale und objektive Betrachtungswinkel zu finden und nicht mutwilliger oder unbeabsichtigter Verzerrung zu unterliegen.

Gerade bin ich auf einen Artikel zu Stuttgart21 bei SPON gestoßen, in dem am Ende das Thema Direkte Demokratie aufgegriffen wird:

“Dass das Interesse an der Mitwirkung groß ist, zeigen nicht nur die Dauer-Demos in Stuttgart. Dort, wo es direkte Demokratie bereits gibt, machen die Wähler auch mit. Bei einem Volksentscheid im Hamburger Stadtteil Altona über die nicht gerade weltbewegende Frage, ob Ikea eine City-Filiale bauen darf oder nicht, beteiligten sich mehr Bürger als an der Europawahl. Und direkte Demokratie muss keineswegs – wie Kritiker gerne behaupten – den Triumph des Tumben und die Dominanz des Destruktiven bedeuten. Die Umfragen in Baden-Württemberg zu Stuttgart 21 sind nicht so eindeutig, wie es die Massivität der Proteste vermuten lässt.”

Ich bin davon überzeugt, daß dies zutrifft. Die neuen Medien schaffen Möglichkeiten neuer Transparenz und gleichzeitiger Einflussnahme. Liquid Democracy nennt sich ein Konzept, das repräsentative und direkter Demokratie vereint. Anfang des Jahres habe ich mir die Aufzeichnungen zum Vortrag auf dem 26. Chaos Communication Congress angesehen. “Unsere demokratischen Möglichkeiten sind extrem veraltet, es wird Zeit, dass sich die Welt weiterentwickelt.”, sagt Daniel Reichert. In der Praxis ist dieses Konzept im Gegensatz jedoch bei weitem noch nicht angekommen und unsere Gesellschaft längst nicht dazu bereit. Ich habe mich nicht tiefer damit auseinander gesetzt, aber ich denke, dass diese Ideen unbedingt weiter gedacht werden sollten. Kontextschmiede erklärt mit diesem Video sehr simpel worum es geht:

YouTube Preview Image

Ach – und eigentlich möchte ich an dieser Stelle nicht über den Sinn oder Unsinn von S21 selbst diskutieren, das wird an anderen Stellen schon genug getan ;).

Zum weiter Lesen:

digitale fernbeziehung

Nach 11 Monaten und einer Woche Fernbeziehung geht es nun zuende. Am Freitag hat Anni ihre Masterarbeit abgegeben hochgeladen und heute kommt sie zurück, endlich. Ich habe mir gerade die Mühe gemacht einige Zahlen des letzten Jahres zusammen zu stellen:

345 Tage Fernbeziehung, 10216 Chatzeilen (davon 8786 Zeilen via Google-Talk, den Rest über Skype-Chat) und 317 Stunden Video-Telefonie via Skype. Dazu kommen 351 E-Mails, ungezählte Nachrichten via Facebook, Pingchat, SMS (eher weniger) und einige Anrufe über Sipgate und per Mobilfunk.

Paralell dazu haben wir über Dropbox Dokumente und Dateien geteilt, über Google-Docs und Etherpad (z.B. Typewithme) gemeinsam Dokumente bearbeitet. Aktivitäten und Termine des anderen haben wir außerdem über gemeinsame Kalender im Blick (ja, auch Google).

Wenn ich an so manche in meiner Jugend in Kenya miterlebte Fernbeziehung denke, bin ich doch ganz Froh über die technische Entwicklung in den letzten 15-20 Jahren. Damals lag der meist erfolglose Gang zum Briefkasten an der Tagesordnung. Missverständnisse wurden nur aufwändig per Briefwechsel über die kommenden zwei Wochen geklärt. Das war meist doch recht Nervenaufreibend für alle Beteilligten. Telefonate waren nur mit genauer Abtimmung möglich und dazu noch saumäßig teuer.

Froh werden – Die Verlosung

Für die Leser von mzungu’s gibt es heute drei mal das Frohmagazin zu gewinnen. Unter allen Kommentaren und Pingbacks bis zum 24. Juni 2010, 17.00Uhr werden drei aktuelle Frohmagazine verlost. Jeder Leser nimmt natürlich nur 1x teil, auch wenn viele Kommentare abgegeben werden. Damit ich euch erreichen kann,  müsst ihr natürlich eine gültige E-Mail-Adresse eingeben. Die Magazine werden direkt an die Gewinnter verschickt. Die Post-Adressen der Gewinner leite ich an Froh weiter.

Viel Erfolg!

Froh!

Salzberg gegen Zuckerberg?

Das Internet schreibt coole Geschichten. Die vier Nerds (Max Salzberg (22), Ilya Zhitomirskiy (20), Dan Grippi (21) und Raphael Sofaer (19)) haben innerhalb von ca. 3 Wochen rund 170.000 USD über die Spendenplattform Kickstarter gesammelt. Sie möchten das Social Network neu erfinden. Ihr Projekt soll ein dezentrales, persönlich kontrolliertes Soziales Netzwerk werden und dabei Privatsphäre im Fokus haben und durch freie quelloffene Software zur Weiterentwicklung einladen. Sie nennen es diaspora*:

the privacy aware, personally controlled, do-it-all distributed open source social network

Ob es auch nur ein Fünkchen einer Chance gegen Mark Zuckerberg und sein inzwischen scheinbar unüberwindbares Facebook mit 400 Millionen aktiven Benutzern hat? Keine Ahnung, aber ein Versuch ist es wert! Die überdimensionale finanzielle Beteilligung (Ziel waren nur 10.000USD) zeigt das sehr große öffentliche Interesse an einer solchen Alternative.

Den aktuellen Spendenstand prüfen und selbst ein paar Dollar in die Dose werfen kann man bei Kickstarter. Alle Details zu diaspora* findet man unter www.joindiaspora.com. Natürlich kann man sich aktuell nirgendwo “anmelden”, schließlich soll es ja dezentral sein. Das bedeutet jeder der kann und möchte installiert seine eigene Instanz von diaspora*. Zukünftig soll es aber auch gehostete Versionen geben die man sich so ähnlich wie ein vorinstalliertes Blog auf WordPress.com vorstellen kann. Bis Ende September möchten die Jungs eine erste Version veröffentlichen.

Vielleicht entwickelt sich etwas daraus, immerhin hat Herr Zuckerberg damals auch ganz klein im Angesicht des übermächtigen MySpace angefangen. Sonst bleibt zu hoffen, daß Facebook dadurch weiter unter öffentlichem Druck bleibt und im Bezug auf die Privatsphäre grundlegend umdenkt.

via Rivva & webwriting

Facebook: Untergang der Privatsphäre?

Es wird gewarnt. Vor Facebook, vor SchülerVZ, vor StudiVZ und generell vor Sozialen Netzwerken. Ich bin auf Facebook und ich mag es. Allerdings empfehle ich jedem, sich seiner Privatsphäre-Einstellungen bewusst zu sein und diese regelmäßig zu überprüfen. Ja, und man muss sich etwas Zeit dazu nehmen! Wie restriktiv jeder mit seinen Daten umgehen möchte, ist natürlich  die eigene Entscheidung. Dazu muss man sich aber mit den Einstellungen der Netzwerke auseinander setzen. Am sichersten sind natürlich die Informationen wenn sie nicht in Facebook oder sonswo stehen.

Was mir dagegen absolut nicht gefällt, ist die Standard-Einstellung der Privatsphäre bei Facebook. Matt McKeon hat dazu einen lesenwerten Artikel geschrieben und die Entwicklung auf Grund seiner Beobachtung und Recherchen visualisiert. Erschreckend, wie inzwischen standardmäßig fast alles bis auf Kontaktdaten und Geburtstag im gesamten Web sichtbar ist. Hier drei der Grafiken von 2005, 2007 und aktuell 2010.

Und jetzt los, eigene Einstellungen überprüfen und einstellen, welche Informationen für welche Benutzergruppen sichtbar sein sollen. Persönlich bedeutet das für mich nicht “keine Informationen einzustellen” oder meinen “Facebook Account löschen” – ich denke nicht, dass dies wirklich Zeitgemäß ist. Es bedeutet aber, meine bestehenden und alle neuen Kontakte in eigene Gruppen wie z.B. Freunde, Familie, Arbeitskollegen und Fremde einzuteilen und meine Profildaten, Fotos, Posts und Kommentare damit zu steuern. Natürlich ist mir bewusst, das es trotz diesen Einstellungen keine absolute Sicherheit gibt, das zeigen natürlich immer wieder in den Medien veröffentlichte Sicherheitslücken, die in solchen komplexen und schnell entwickelnden Netzwerk-Plattformen sich wohl kaum 100%ig ausschließen lassen. Eine Funktion die man auf keinen Fall verwenden sollte, ist Kontakte über das eigene E-Mailadressbuch zu suchen!

PS: Vielleicht interessiert dich auch mein Artikel von 2009 zu diesem Thema.

Gerade entdecke ich noch einen passenden Artikel auf Spiegel-Online.

Get a Face Book

Digitale Überforderung oder Information Overload ist wieder verstärkt seit dem Buch Payback von Frank Schirrmacher in der Diskussion. (Ich empfehle als Hintergrundlektüre dazu u.a. die Artikel Der erschöpfte Algorithmenstürmer von Matthias Schwenk und  Die bedrohte Elite von Sascha Lobo).

Was mich angeht, so muss ich bekennen, dass ich den geistigen Anforderungen unserer Zeit nicht gewachsen bin. Und auch nie gewachsen war. Ich bin darüber hinaus der Meinung, dass es fast allen anderen Menschen ebenso geht. Nicht nur zu unserer Zeit, sondern zu allen Zeiten. (Sascha Lobo im SpON)

Für einen sofortigen digitalen Ausstieg gibt es jetzt auch alle wichtigen Social Networks als Buch, z.B. Twitter bei Tweetbookz. Die passenden Kult-Covers findet man auf Flickr im Set von Stéphane Massa-Bidal.

Coole Social Media Buchcovers

Coole Social Media Buchcovers

DIY: 1 Europalette + 4 Bockrollen = Couchtisch

Günstig und doch stylisch bekommt man seinen Couchtisch im Baumarkt. Aus den beiden großen Paletten Stapeln habe ich mir eine frische Europalette ausgesucht (15 EUR Pfand). Im Regal mit den Eisenwaren habe ich mir vier massive Industrie Rollen ausgesucht, zwei Bockrollen und zwei Lenkrollen, eine davon zum arretieren (~40EUR). Dazu 16 passende Sechskant Holzschrauben, fertig war der Bausatz. Zuhause muss man das ganze nur noch zusammenschrauben:

Bockrolle unten auf der Palette montiert

Bockrolle unten auf der Palette montiert

Und so sieht der neue Couchtisch mit 1200 x 800 mm im Wohnzimmer aus:

Der fertige Couchtisch

4 Rollen, 1 Europalette, Couchtisch

Die eine Lenkrolle zum arretieren reicht dabei völlig aus. Die beiden hinteren Bockrollen stabilisieren das ganze auch ganz gut. Somit kann der Tisch recht einfach an nur einer Ecke gegen Wegrollen gesichert werden und natürlich genauso einfach verschoben werden. Wenn man die Palette nicht mehr möchte bekommt man natürlich das Pfand zurück ;-).

FROH!

froh_presse_logo_miniSchon vor drei Wochen kam es an, das neue FROH! Magazin. Aufmerksam bin ich darauf durch eine nette E-Mail von Michael geworden (ja, manchmal Funktioniert auf so was ;-)).  Ich bin kein schneller Leser, aber zum schnellen Scannen ist das FROH! Magazin auch nicht gemacht. Es füllt anspruchsvoll die “schönen Tage des Jahres”, gemütlich bei Kaffee oder Tee auf dem Sofa. Etwas Zeit sollte amn schon mitbringen für die ~80 Seiten. FROH! beschreibt sich selbst als Gesellschaftsmagazin mit Artikeln aus Kultur, Gesellschaft, Spiritualität und nachhaltigen Lebenskonzepten. Es ist gleichzeitig sehr hochwertig, nachhaltig ökologisch produziert, alternativ und kreativ gestaltet und absolut werbe-frei. Das Thema Wenden zieht sich durch das ganze erste Heft und regt immer wieder zum Nachdenken an. FROH! ist kein “christliches Magazin” im eigentlichen Sinn und das ist gut so. Hier eine Aussage von Michael Schmid die mir gefällt und meiner Meinung nach trifft:

Außerdem hat “Froh!”" einen christlichen Hintergrund. Das tragen wir zwar nicht vor uns her, es ist aber ein wichtiger Motor und eine Perspektive, die immer mitschwingt. Unsere Sicht der Menschen und der Gesellschaft ist von diesem Blickwinkel berührt. Wir sehen nicht die Defizite sondern die Potenziale. Im Unterschied zu anderen Gesellschaftsmagazinen verzichten wir bewusst auf Werbung und versuchen ein breites Spektrum des jeweiligen Themas abzudecken. Unsere Beiträge aus Kultur, Gesellschaft, Theologie und nachhaltigen Lebenskonzepten sollen einen weiten und vielschichtigen Blickwinkel einnehmen. (Aus dem Interview mit Micheal Schmid bei Utopia)

Wer möchte kann sich auf der Website informieren und natürlich ordern. Hier bekommt man einen Eindruck über den Inhalt und kann ein paar Seiten durchblättern: