Usability oder viel Text für nichts?

Via Yigg.de bin ich heute im webdesignblog gelandet, das ich auch manchmal lese.
“100 Usability Tipps” – so die vielversprechende Überschrift. Die ersten drei Tipps sind jedenfalls nicht wirklich ergiebig:

  1. Man soll Texte im Web ohne Brille lesen können?
  2. Die Textgröße soll so klein sein damit man sie Scannen kann?
  3. Schriften sollen niemals fixiert werden damit man mit “STRG +” die Schriftgröße anpassen kann?

Zu 1: Texte sollte man mit und ohne Brille lesen können, in gleicher Weise wie es einem Möglich sein sollte ein Buch zu lesen. Besuchern die damit Schwierigkeiten haben, sollten einen Augenarzt aufsuchen. Alle anderen Besucher sind vermutlich blind. Für Sie ist nur die gute Stukturierung der Texte wichtig, die Schriftgröße spielt dann keine Rolle. Viel mehr als diesen trivialen Hinweis würde mich eine Studie darüber interessieren, wie groß die Standard-Schriftgröße im Verhältnis zur Bildschrimauflösung sein sollte, damit ich und der stetig wachsende Anteil der älteren Generation einen Text am Bildschirm angenehm lesen können.

Zu 2: Wow, 100 Punkte, wer soll denn die alle Lesen? Ich versuche zu scannen? Vielleicht war “scrollen” gemeint? Viel Arbeit war es sicher, Respekt. Wichtiger scheint mir erst mal eine höhere Informationsdichte zu sein. Beim Scannen fehlen mir optische Anhaltpunkte. Eine Liste mit 100 Punkten wiederspricht dem. Ein paar H2-Überschriten und Anker dazu wären brauchbar, vielleicht sogar die Aufteilung der Seite und eine kurze Teaserseite mit zwei zusammenfassenden Sätzen?

Zu 3: Ok, wichtiger Punkt – “re-seizen”, nach dem Eric den Focus zerlegt hat. Auch ich drücke abends oft mal schnell “STRG +” um entspannter die Seiten einiger old-school-designer lesen zu können. Mir ist bislang noch keine Seite begegnet, welche die Schriften (außer in Grafiken) nicht vergößert. Nur der Internet Explorer Browser kennt “STRG +” nicht und vergößert pixelgenaue Schriftgrößen nicht. Firefox ignoriert dies stillschweigend.

Nicht vergessen sollte man, dass Navigationselemente und DIVs entsprechend auch relativ bemaßt werden sollten, um das Layout der Seite zu erhalten. Sonst endet der Benutzer schnell in einem Buchstaben/Layer-Salat.
Nichts für ungut, viele Artikel sind echt gut geschrieben und lohnen sich zu lesen, aber manchmal scheint mir Content-Masse vor der Content-Qualität zu kommen. Sicherlich gibt es auch in besagtem Artikel viele hilfreiche Tipps, nur war ich zu faul mich bis dahin durchzukämpfen ;-).

Über Cedric Weber

Ich schreibe seit Mai 2003 zu Themen rund um das Web2.0, Enterprise2.0, Social Software, Wikis, Weblogs, online Kollaboration, Instant Messaging, sowie Linux / Ubuntu und Apple. Dazwischen findest du Themen aus meinem Alltag - über Glaube und Spiritualität, Fotografie, Musik und vieles andere.

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