Afrikanische Fluggeräte Teil 3 – Jua Kali Helikopter

Erstaunlich wie viele Lilienthals es in Afrika gibt. Inzwischen mein dritter Artikel zu afrikanischen Fluggeräten. Mubarak Muhammad Abdullahi, ein 24 Jähriger Student aus Nigeria, baut aus Auto und Motorradteilen einen Helikopter. Laut dem Artikel auf Yahoo-News soll die Bananenschachtel auch schon sechs mal „kurz“ geflogen sein. Was das bedeutet kann man nur erahnen, Steve Ntwiga vom AfriGadget Team behauptet, der Heli hätte es auf ca. zwei meter über dem Boden geschafft. Es ist in jedem Fall wieder einmal beindruckend was Jua Kali Künstler aus Schrott bauen:

Jua Kali Helikopter aus Afrika

Mubarak Muhammad Abdullahi mit seinem Helikopter © AFP

Irgendwie kam er sogar an den Schrott einer abgestürzten Boeing 747. Ein Teil seines Wissens hat er aus Actionfilmen, sagt Mubarak. Außerdem schien es ihm einfacher einen Helikopter als ein Auto zu bauen. Zukünftig hofft er wohl den lokalen Markt, insbesondere die Regierung, mit Helis aufmischen zu können. Hier einige Zitate aus dem Artikel:

He said he learned the rudiments of flying a helicopter from the Internet and first got the idea of building one from the films he watches on television.“I watched action movies a lot and I was fascinated by the way choppers fly. I decided it would be easier to build one than to build a car,“ he said pacing the premises of the security division of the university which he uses as hanger for his helicopter.

He hoped — and still does hope — that the Nigerian government and his wealthy compatriots would turn to him and stop placing orders with western manufacturers.

Es begeistert mich, mit welch grenzenlosem Idealismus ans Werk gegangen wird. In letzter Zeit ist mir in unserer deutschen Mentalität immer wieder fehlende Vision und Hoffnung in die Zukunft begegnet. Vielen Herausforderungen wird sehr skeptisch und kalkuliert begegnet. Mut und Experimentierfreude sind Mangelware, Sicherheit hat oft höchste Priorität. Ich wünsche mir für mich und andere mehr von dieser afrikanischen Herangehensweise an Träume. Wir können viel lernen…

(weitere Posts zum Thema: Afrikanische Fluggeräte Teil 2, Jua Kali Flugzeugbau in Kenya)

[via AfriGadget, Thanx!]

Über Cedric Weber

Ich schreibe seit Mai 2003 zu Themen rund um das Web2.0, Enterprise2.0, Social Software, Wikis, Weblogs, online Kollaboration, Instant Messaging, sowie Linux / Ubuntu und Apple. Dazwischen findest du Themen aus meinem Alltag - über Glaube und Spiritualität, Fotografie, Musik und vieles andere.

3 Gedanken zu „Afrikanische Fluggeräte Teil 3 – Jua Kali Helikopter

  1. Die Konstruktion des Rotorkopfes sieht mir sehr labil aus. Da wird er wohl noch ein wenig dran arbeiten muessen.
    Was mir aber mehr daran auffaellt, ist, dass das Geraet bisher noch ueber kein Steuersystem verfuegt – die Rotorblaetter sind starr mit der Welle verbunden, wodurch der Hubschrauber zwar theoretisch…ahem… abheben koennte, aber er laesst sich nicht bewegen. Bedingt durch den Heckrotor, sowie die Verwirbelungen die er erzeugt, waere er nicht zu stabilisieren.

    Wenn man bedenkt dass auf die Rotoren ganz enorme Kraefte einwirken und der Hubschrauber diverse Vibrationen mitmacht, die zu einer sehr schnellen Materialermuedung fuehren, besteht das Hauptrisiko allerdings nicht in der Gefahr eines Absturzes aus zwei Metern Hoehe, die er angeblich bereits erreicht haben soll. Viel eher ist anzunehmen, dass die Rotorblaetter zu Wurfmessern werden.
    Auch wenn man den Motor und das bzw. die Getriebe auf dem Foto nicht erkennen kann, bezweifle ich sehr, dass sie stabil genug sind um das notwendige Drehmoment zu uebertragen.

    Die Gefahr, dass sich der Hubschrauber beim Startversuch sofort zerlegt, ist sehr hoch.

    Am Gewicht wurde, wenn man sich die Kabine anschaut, nicht gespart – eine Eisen- (oder Holz?)Konstruktion mit Autositzen, fuer vier Personen ausgelegt, bringt ein ziemliches Leergewicht auf die Waage. Es ist unwahrscheinlich, dass dieser Hubschrauber mit einem Auto-Motor abheben wird.

    Ich wuerde dem Konstrukteur aber etwas ganz anderes empfehlen, nachdem er schon so eine schoene Kabine gebaut hat. Warum nicht umbauen zu einem Flugschrauber? Dieser waere im Aufbau wesentlich einfacher (in der DDR wurde das seinerzeit bereits von Flugbegeisterten mehrfach verwirklicht) und auch mit einfachen Mitteln zu machen.

    Wenn die Kabine etwas abgespeckt, anstatt des hinteren Auslegers ein Schubpropeller angebaut, und der bisherige Antrieb ausgebaut wird, dann waere es im prinzip vorstellbar, dass das System funktioniert.
    Zumindest waere dem Erbauer und „Testpiloten“ dann ein erstes Erfolgserlebnis vergoennt.

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