Chaos statt Demokratie in Kenya

Seit den Wahlen am 27. Dezember ist die politische Situation in Kenya sehr angespannt. Der amtierende President Mwai Kibaki wurde nach einigen Verzögerungen bei der Stimmenauszählung im kleinen Kreis ausgewählter Gäste vereidigt – mit einer knappen und gefälschten Mehrheit von ca. 200.000 Stimmen. Es gibt nachweislich viele Ungereimtheiten bei der Auszählung der Stimmen, was auch die EU Wahlbeobachter bestätigen. Sie wurden von diversen Bezirken ausgeschlossen. Die EU fordert ein unabhängiges Audit und eine erneute Auszählung der Stimmen. Die Opposition (ODM) weigert sich das offensichtlich gefälschte Ergebnis zu akzeptieren und ihr Präsidentschaftskandidat Raila Odinga ruft zu einer großen Demonstration am Donnerstag auf. Er erwartet eine Million Teilnehmer. In zahlreichen Unruhen sind landesweit nach Schätzungen zwischen 120 und 250 Menschen getötet worden. Die „Regierung“ hat Liveübertragung örtlicher Nachrichtensender verboten, wodurch genaue Zahlen nicht so schnell bekannt werden. Die Polizei scheint in einigen Städten auf alle zu schießen, die gegen eine Ausgangssperre verstoßen.

Aktuelle Informationen aus erster Hand erhält man direkt bei den kenianischen Tageszeitungen und Bloggern. Teilweise waren die Seiten jedoch nicht erreichbar, wobei teilweise nicht ganz klar war ob dies durch die vielen Seitenaufrufe oder Sperrung durch die Regierung verursacht wurde. Hier einige davon:

Nachdem die traditionellen Massenmedien von der Regierung gesperrt wurden gibt es die Möglichkeit an Mashada aktuelle Meldunen per SMS zu schicken. Auch die Blogger leisten einen wesentlichen Beitrag zu unabhängigen Artikeln.

Die großen Nachrichten-Portale berichten auch verstärkt (DW-World, SpOn, ARD). Die Devise in Kenya ist derzeit sich möglichst nicht in der Öffentlichkeit aufzuhalten. Bleibt zu hoffen das die Regierung durch den internationalen Druck sowie den heftigen Protesten aus der Bevölkerung einlenkt und eine transparente unabhängige Auswertung der Ergebnisse ermöglicht und damit wieder Frieden im Land einkehrt.

Über Cedric Weber

Ich schreibe seit Mai 2003 zu Themen rund um das Web2.0, Enterprise2.0, Social Software, Wikis, Weblogs, online Kollaboration, Instant Messaging, sowie Linux / Ubuntu und Apple. Dazwischen findest du Themen aus meinem Alltag – über Glaube und Spiritualität, Fotografie, Musik und vieles andere.

4 Gedanken zu „Chaos statt Demokratie in Kenya

  1. Danke für den Beitrag Cedric, Demokratie ist vielleicht nicht perfekt aber besser als Bürgerkrieg – schade das viele Menschen in Kenia auf so einer Art und Weise das Leben verloren haben…Ich hoffe sehr das in Kenia möglichst bald wieder Frieden und echte Demokratie einkehren wird, die Menschen dort brauchen es sehr.

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