Freakstock 2009 – gemischte Gefühle

Diskussionen ums Freakstock - © murphy.brown
Diskussionen um’s Freakstock – © murphybrown

Das Freakstock liegt nun doch schon einige Tage zurück, der Alltag hat mich wieder und dennoch, ich beschäftige mich gedanklich immer wieder mit den Tagen dort. Ich habe es diesmal etwas „Rentnermäßig“ angehen lassen, – bin zusammen mit Timo erst am Freitag morgen losgefahren und habe auch komfortabel in dem Terapiehaus in Amelith übernachtet. Schon deswegen ist der Blick zurück auf mein ca. 8. Freakstock etwas eingegrenzt. Für die Location konnte ich mich sofort begeistern und war anfangs sogar etwas wehmütig, dass ich nicht irgendwo zwischen der Meute campieren würde. Natürlich habe ich mich auch gefragt, wie es möglich wird in den nächsten Jahren evtl. noch mehr Besucher unterzubringen, die Zeltplätze waren schon sehr begrenzt. Aber vielleicht gibt es noch weitere Optionen außerhalb des Geländes.

Geistlich empfand ich das Freakstock diesmal leider relativ dünn. Ich kann nicht genau sagen, ob ich immer zur falschen Zeit am falschen Ort war und somit mein Eindruck zu einseitig ist. Immer wieder habe ich die Leidenschaft vermisst, die in der Charta zum Ausdruck kommt. Ich kenne die Jesusfreaks bisher als Menschen die ihrem Namen Ehre machen und Jesus im Zentrum steht. Ich empfinde eine tiefe Spannung einerseits allen und allem gerecht werden zu wollen und auf der anderen Seite in jedem Fall als Freak anders und niemals „gesellschaftskonform“ zu sein. Die Jesusfreaks hat aus meiner Sicht auch immer ausgezeichnet, dass einerseits immer eine klare geistliche Stellung und Vision sichtbar wurde und gleichzeitig die Liebe für soziale Randgruppen, für Einzelne, für Querdenker – ohne dass diese geistliche Basis dadurch kompromittiert wurde, sondern dadurch viel mehr an Kraft und Bedeutung erhalten hat. Ich kann auch nicht generell für alle sprechen, dazu ist das Freakstock viel zu individuell. Ich habe auch gute Eindrücke gehabt.  Bewegt hat mich vor allem die emotionale Predigt von Michael Pritzl (The Violett Burning). An anderen Stellen erschien mir über allem ein uneinheitliches humanistisch geprägtes Festival.

Vielleicht erscheint das alles dem einen oder anderen als dämliches Gelaber. Es fällt mir schwer  klar zu erklären was ich eigentlich meine, obwohl ich immer wieder gute differnzierte Gespräche darüber hatte. Vielleicht gibt es den einen oder anderen der an dieser Stelle kommentieren mag, ob irgendetwas davon nachvollziehbar ist? Es war nicht mein letztes Freakstock – mitnichten, es wird mich weiter bewegen.

Links und Artikel zum Freakstock 2009

Ich habe auf delicious alles an Links gesammelt was mir zum Thema begegnet ist. Hier eine Auswahl davon:

Bilder vom Freakstock

Die meisten Bilder habe ich dieses Jahr auf Facebook gesehen, z.B. von meiner Schwester Natalie und Timm. Gerade habe ich auch noch diese Gallery gefunden. Meinerseits gab es diesmal kaum Bilder – meine EOS ist futsch, nur ein paar schots mit dem phone die ich im nächsten Artikel noch hochladen werde.

Über Cedric Weber

Ich schreibe seit Mai 2003 zu Themen rund um das Web2.0, Enterprise2.0, Social Software, Wikis, Weblogs, online Kollaboration, Instant Messaging, sowie Linux / Ubuntu und Apple. Dazwischen findest du Themen aus meinem Alltag - über Glaube und Spiritualität, Fotografie, Musik und vieles andere.

2 Gedanken zu „Freakstock 2009 – gemischte Gefühle

  1. Hallo Cedric,
    ich kann nicht ganz nachvollziehen, was du damit meinst, dass du vom Freakstock enttäuscht bist.
    Ich habe sicherlich auch so einige Kritikpunkte, meine dass deutlich mehr geistlich hätte gehen können.

    Bin aber der Meinung, dass das Festival durchaus geistlich sehr intensiv war. Im Gebetsteam haben wir davon einiges mitbekommen.

    Die geisltichen Workshops waren eigentlich immer überlaufen, die Healingrooms mehr als überrannt. Leute haben teilweise mehrere Stunden gewartet (bis zu 4h), um Gebet und eine Berührung von Gott zu bekommen. Das spricht von einem geistlichen Hunger vieler!

    Und der Abschlußgottesdienst war doch wirklich der absolute Oberhammer. Der Lobpreis war fett, die Predigt hat mich echt weggebeamt und die Gebetszeit hinterher war auch total derbe…

    Fände es schon spannend, wenn du das ein bißchen konkretisieren könntest…

    Danke für deinen Bericht

    Segen
    Jocky

  2. Hallo Jocky, danke für deinen Comment. Ich möchte gar nicht bezweifeln, dass es beim Freakstock viele tiefe und intensive Momente gab. Mich hat immer wieder beeindruckt an wie vielen Stellen für Leute gebetet – und damit Jesus sichtbar wurde. Beunruhigt hat mich einfach das „große Bild“ das ich gesehen habe – geprägt natürlich von einzelnen von vorne. Es wurde in den Gottesdiensten in denen ich war nur sehr allgemein z.B. über uns Christen und die Gesellschaft gesprochen. Und ich hatte definitiv den Eindruck, dass ein großer geistlicher Hunger da ist – wie du es auch beobachtet hast. Dafür waren die Predigten aber unkonkret und auch die Hinweise auf die Beter waren aus meiner Sicht mit „irgendwo gibt’s auch Leute die beten“ nicht sehr konkret. Einen krassen Fauxpass fand ich Sonntag morgen die Begrüßung mit „Ich hoffe ihr hab alle heute einen fetten Kater“ oder so. Auch wenn es vielleicht nicht so gemeint war, so ist das mE nicht gerade optimal, wenn man eine ganze Ladung Leute aus der Sucht Therapie zum Gottesdienst mitgebracht hat.

    Bis zu dem Punkt an dem ich die Predigt von Kristian mitbekommen habe, war sie auch ganz ok – abgesehen davon, dass seine Art nicht so ganz mein Ding ist – aber gut…

    Das Seminar am Samstag habe ich leider auch verpasst und als wir ankamen, war es so voll, dass wir wieder gegangen sind. Hat mich echt geärgert…

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