Warum man mehr von weniger Auswahl hat

Unsere Gesellschaft hat ein gesundes Maximum an Wohlstand überschritten meint Prof. Dr. Barry Schwartz. In seinem Vortrag zum Thema „The Paradox of Choice“ bringt er dies eindrucksvoll rüber – und ich kann ihm nur zustimmen. Wir besitzen zu viel und haben vor allem zu viel Auswahl. Gerade die Schwaben neigen ja dazu immer die besten Schnäppchen. Man sucht nach dem besten Angebot, wartet noch mal ab, vergleicht auf allen Ebenen bevor man sich für ein Produkt beim günstigsten Online-Shop oder Großhändler entscheidet. Nachdem man kurzzeitig begeistert über den Kauf war, entsteht oft der Frust – darüber dass das Produkt nicht 100% perfekt ist, dass es inzwischen billiger zu haben ist, dass es inzwischen ein besseres Konkurenzprodukt auf dem Markt gibt, oder dass man sich vielleicht doch lieber für den Urlaub hätte entscheiden sollen. Lustig, wahr aber auch irgendwie tragisch fand ich dazu die Anekdote kürzlich in einem Podcast des Deutschland-Radio:

Wenn eine ältere Dame während eines Halts an einer Raststätte in den Reisebus stürmt, um ihrer Freundin über alle Sitzreihen hinweg aufgeregt zuzurufen: „Hermine, dapfer, do kannsch uff’s Klo. S’koschd nix!“ Dann weiß man: Es sind Schwaben unter den Reisenden.

Wir sind geplagt von der Angst das Beste Angebot zu verpassen und die falsche Entscheidung zu treffen. Vielmehr sollten wir dankbar sein für das was wir haben und es genießen. Geben macht glücklicher als Nehmen (vgl. Apg20,35), diese Erfahrung bleibt uns modernen Egozentrikern zu oft aus.

…aber eigentlich wollte ich euch einfach diesen englischen Vortrag empfehlen:

[gefunden via Context21]

Über Cedric Weber

Ich schreibe seit Mai 2003 zu Themen rund um das Web2.0, Enterprise2.0, Social Software, Wikis, Weblogs, online Kollaboration, Instant Messaging, sowie Linux / Ubuntu und Apple. Dazwischen findest du Themen aus meinem Alltag – über Glaube und Spiritualität, Fotografie, Musik und vieles andere.

Ein Gedanke zu „Warum man mehr von weniger Auswahl hat

  1. Die USA sind auch irgendwie das einzige Land, wo man mit 2 MacBooks und in Turnschuhen elementare Aussagen unters Volk streuen kann.

    Mein Gegenmittel für die verwirrende Auswahl in den Läden: an Embu denken und sich daran erinnern, wie schön man leben kann wenn die Auswahl leichter gemacht wird. Alleine schon die Zeitersparniss ist genial.

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