Google-Reader vs. Bloglines

Bloglines (ein online Feedreader) hat die neue Betaversion freigegeben. Nachdem ich anfangs Bloglines verwendet habe, verwende Bloglines Beta Logonun seit langem den Google-Reader. Gerade habe ich meine Feeds aus dem Google-Reader in Bloglines importiert, um mir die Beta anzusehen. Einige neue Features gefallen mir dabei sehr gut, andere Funktionen vermisse ich aber immer noch bei beiden Tools.

1. Ordnung per Drag und Drop

Feeds und Ordner kann man ganz einfach mit der Maus per Drag and Drop verschieben. Der Google-Reader lässt nur alphabetische Sortierung zu und die Feeds müssen umständlich über das Dropdown-Menü in andere Ordner verfrachtet werden. Micheal Herrling beschreibt z.B. wie er Bloglines verwendet, um die Ordner für den Google-Reader umzubenennen. In der neuen Beta scheint mir das bislang nicht möglich. Ein Vorteil von Google-Reader: Die Ordner sind in Wirklichkeit Tags. Dadurch kann man einen Feed mehreren Ordnern (bzw. Tags) zuordnen was bei Bloglines nicht möglich ist. Ob man das jedoch benötigt?

Bloglines Beta: Drag and Drop

2. Lesemodus bleibt für jeden Feed erhalten

Im Google-Reader kann man zwischen List view und Expanded view umschalten. Ich verwende List view gerne für hochfrequentierte Feeds wie z.B. IT-Nachrichten von Heise oder Golem, um die Nachrichten schnell zu scannen. Dafür reicht mir meist der Titel um zu entscheiden ob etwas für mich interessant ist. Bloglines Beta unterscheidet im Lesemodus zwischen Quick view (was List view entspricht), Full view (entspricht Expanded view) und bietet dazu noch den 3-pane view. Das geniale – Bloglines merkt sich die zuletzt gewählte Einstellung für jeden Feed.

Bloglines Beta: View umschalten

3. Startseite: Intelligent vs. Konfigurierbar

Ein scheinbar tolles neues Feature ist die Startseite welche man per Drag and Drop mit eigenen Highlights füllen kann. Mir gefällt die Startseite des Google-Reader trotz weniger Flexibilität besser. Es werden mir automatisch “irgendwelche” Updates angezeigt (keine Ahnung wie diese priorisiert werden – muss wohl irgendwie auf meinem Leseverhalten beruhen?)

4. Feed-Out mit shared items

Schmerzlich vermisse ich bei Bloglines Beta die einfache Möglichkeit interessante Artikel in einem externen Feed zu vereinen wie es mit dem Google-Shared-Feed möglich ist. Durch einen Klick auf Share werden von mir gelesene Artikel in einem öffentlichen Feed vereint. Diesen veröffentliche ich z.B. hier in meinem Blog (Aus dem Feedreader) und lasse damit meine Blogleser an interessanten Artikeln teilhaben.

5. Archivierung und Retrieval

Eine schnelle Möglichkeit um im Google-Reader Artikel zu merken ist sie mit einem Stern zu markieren. Alle markierten Artikel kann man später unter Starred items einsehen.

Ich vermisse bei beiden Readern eine erweiterte Archivierungsfunktion. Statt einem einfachen Sternchen wäre mir lieber die Artikel mit Schlagwörtern zu versehen und sie dadurch im Archiv über eine Tagcloud wiederfinden zu können.

Weiter fehlt eine gute Suchfunktion über die abonnierten Feeds, über gelesene und ungelesene Artikel und über archivierte Artikel. Verwunderlich das dies gerade beim Google-Reader trotz Googles Such-Expertise nicht verfügbar ist. Die Suche in Bloglines Beta scheint auch nicht die abonnierten Feeds zu durchsuchen sondern sucht allgemein nach Feeds.

Um Artikel zu Archivieren und wiederzufinden lege ich deshalb häufig direkt aus dem Google-Reader die Artikel in meinem Delicious-Account ab.

6. Usability: Bedienung per Tastatur

Bei Bloglines habe ich die Taststur-Shortcuts bisher nicht gefunden. Google-Reader lässt sich sehr komfortabel und schnell mit der Tastatur bedienen. Die Tastatur-Shortcuts findet man übrigens in den FAQs. Bei Bloglines gefällt mir die Möglichkeit die Breite der Spalten anzupassen.

Fazit

Wie so oft haben beide Tools einige Vorteile. Bloglines hat einige gute Ansätze und verspricht laut noch einige wichtige Funktionen nachzulegen:

Options for saving, sending and sharing stories, tools for building link blogs, managing blog rolls, etc. are all on the way.

Beim derzeitigen Funktionsumfang liegt der Google-Reader für mich aber immernoch weit vorn. Sicherlich wird Google in nächster Zeit verstärkt am Feintuning des Google-Reader feilen müssen, um nicht viele Leser an Bloglines zu verlieren.

Weitere Artikel zur Bloglines Beta bei Basic Thinking, Blogging Tom oder Techcrunch

Über Cedric Weber

Ich schreibe seit Mai 2003 zu Themen rund um das Web2.0, Enterprise2.0, Social Software, Wikis, Weblogs, online Kollaboration, Instant Messaging, sowie Linux / Ubuntu und Apple. Dazwischen findest du Themen aus meinem Alltag - über Glaube und Spiritualität, Fotografie, Musik und vieles andere.

7 Gedanken zu „Google-Reader vs. Bloglines&8220;

  1. Schöner Vergleich! Kleine Anmerkung: Punkt 5 verstehe ich bezüglich GR nicht – dort gibt es doch eine geniale Tag-Funktion, die man als Archiv benutzen kann. In der Sidebar links werden die Tags dann auch mit anderen Symbolen als die Ordner gekennzeichnet. Einfach “edit Tags” anklicken oder – noch besser – “t” drücken, schon kann man die einzelnen Postings mit beliebigen Tags versehen.
    Oder meinst Du etwas anderes?

  2. Oh mann, vielen dank für den Hinweis. Es wird immer der Ordnername dort angezeigt was mich abgeschreckt hat. Ich wollte damit ja nicht den feed in einen weiteren Ordner legen – deshalb hab ich das wohl nie verwendet…

  3. Auch vielen Dank für den Vergleich. Ich werde wohl erstmal nicht zurück zu bloglines wechseln.
    Zum Archivieren nutze ich bei GR auch die tags. Ich habe auch einen Tag “archiv” den man als RSS wiederum abonnieren kann. Den empfange ich dann mit einem Offline-Feedreader, um so die archivierten Posts durchsuchen zu können.

  4. Auch von mir ein Lob für die gelungene Gegenüberstellung. Deinem Fazit stimme ich ebenfalls zu. Übrigens, hier sind die Shortcuts für Bloglines:

    * j – next article
    * k – previous article
    * s – next sub
    * f – next folder
    * A – read all
    * r – refresh left pane

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